Thesenwettbewerb Sanierung Kloster Maria Hilf

In Zusammenarbeit mit Huser Schnell Architekten

 

„Seit Jahren kämpft die Klostergemeinschaft mit dem stetigen Kleiner- und Gebrechlicher-Werden der Schwestern und das Fehlen jüngerer Ordensmitglieder. Von diesem Hintergrund aus gesehen, hat die Klostergemeinschaft 2016 wohl überlegt und zukunftsgerichtet begonnen, zusammen mit Freunden des Klosters, sich Gedanken und Überlegungen zu machen wie das gesamte denkmalgeschützte Kloster samt Areal in Zukunft gestaltet- und die leerstehenden Räume neu belebt werden könnten. Es hat sich gezeigt, dass eine Erneuerung aus sich selbst nicht stattfinden kann. Die bald 500jährige gelebte franziskanische Spiritualität der Schwesterngemeinschaft hat das Ziel solange im Kloster zu bleiben wie es verantwortbar ist. Natürlich mit dem Wunsch, dass auch nach ihnen dieser Kraftort spirituell belebt wird.“

(Auszug aus dem Wettbewerbsprogramm)

Aufgabe des Thesenwettbewerbes war es, einen Kommentar zum bestehenden „Konzept 2018“ zu machen und darin Möglichkeiten einer zukünftigen Erschliessung und der Belichtung des Dachgeschosses, unter Berücksichtigung der historischen Substanz, zu erläutern. Es ist ein grosser Schritt das Kloster Maria Hilf der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Über Jahrhunderte war es ein Ort des Rückzugs und der strikten Trennung. Die beabsichtigte Öffnung bedeutet Veränderung, aber auch Chance für die Klostergemeinschaft. Um der Öffnung gegen aussen Ausdruck zu verleihen, verbindet ein neuer Weg durch das Klostergebäude die Stadt mit dem Klostergarten. Das bestehende Portal in der Nordfassade wird geöffnet und akzentuiert. Der Weg führt hindurch in den Innenhof, der mit einer Treppe und einer Rampe den Niveausprung ausgleicht. In einem historischen Stich ist ein Durchgang in den Garten ersichtlich, welcher in diesem Beitrag wieder aufgenommen wird. Diese Durchquerung wird angereichert mit neuen Nutzungen, die eine gewisse Frequentierung erzeugen und so eine bessere Auslastung und Tragbarkeit eines möglichen „Klosterbistros“ garantieren. Im Innenhof soll eine Oase entstehen, welche als Vorzone / Pufferzone zwischen Stadt und Garten dient. Als Beispiel für solche Wegverbindungen kann das Kloster St. Gallen genannt werden, das ähnliche räumliche Abfolgen zwischen den Innenhöfen und der Klosterwiese aufweist.

Durch verschiedene Umbauten im Bestand wurde der Grundriss über die Jahre verunklärt. Der im „Konzept 2018“ beschriebene Rückbau des 2. Obergeschosses im südlichen Gebäudetrakt, und der damit verbundenen Rekonstruktion der ursprünglichen Traufhöhe, wird in diesem Beitrag übernommen. Der entsprechende Dachraum wird mit Dachgauben belichtet, welche in ihrer Dimensionierung eine flexible Nutzung des Geschosses zulassen und sich in ihrem Erscheinungsbild an den ursprünglichen Schleppgauben ausrichten. Präzis gesetzte Knotenpunkte lassen eine unabhängige Nutzung verschiedener Zonen zu, welche sowohl auf horizontaler als auch vertikaler Ebene koppelbar sind. Die unterschiedlichen Niveaus werden in diesen Knotenpunkten überbrückt. Zwei neue Rampen, welche sich an das alte Kirchengemäuer anschmiegen, ermöglichen eine hindernissfreie und traktübergreifende Nutzung der jeweiligen Geschosse. Damit wird der Klostergemeinschaft ermöglicht, ihren gewohnten Tagesablauf auf einem Geschoss fortzusetzen. Die interne „Öffnung“ zu den zukünftigen Mitbewohnern kann entpsrechend den Bedürfnissen angepasst werden.