KURZBESCHRIEB:
Inspiriert von den ortsüblichen Häusern, gliedert sich das Gebäude in ein Kellergeschoss mit zwei darüber gestapelten Wohnteilen. Dieser Hauptteil zeichnet sich in der Bauweise und der Fassade als massives Element ab. Das «Appenzellerholz», ein System aus unverleimten Massivholzelementen, und die grobe, verputzte Fassade verleihen dem Kern seinen Halt. Der seitliche «Abtritt», beinhaltet zusätzlich ein Studio, den Gemeinschaftsraum, sowie den Heizraum, und wird wie die westliche «Laube» in einer Ständerbauweise aus unverleimtem Massivholz erstellt. Diese Gebäudeteile vermitteln durch die offene Struktur und die vertikale Fassadengliederung eine Leichtigkeit. Sie lehnen sich an dem massiven Wohnhaus an und gliedern das beträchtliche Volumen, damit es sich im Kontext und dem Strassenbild eingegliedert.
Die Verbundenheit zum Ort und dem Menschen zieht sich vielschichtig ins Innere. Die Qualität der Materialien wird hoch gewichtet. Neben den leimfreien Konstruktionen werden auch die Küchen leimfrei ausgeführt. Diese werden jeweils durch speziell angefertigte Holzkochherde ergänzt, welche auch zur individuellen Regulierung der Innentemperaturen genutzt werden können. Das Herzstück der Heizung steht im Heizraum. Über Wärmetauscher wird die Bodenheizung durch den manuell bestückten Holzofen betrieben. Unterstützt wird dieser durch eine Solarthermieanlage. Die Ausgestaltung des Ofens lässt nicht nur eine rein funktionale Nutzung zu, sondern erlaubt mit einer grossen Ofenbank auch, den Ort als gemeinschaftlichen Treffpunkt zu nutzen. Die massive Steinabdeckung aus Melserstein, auch Verrucano genannt, zieht sich thematisch durch das Haus. Der Naturstein aus dem naheliegenden Steinbruch «Tiergarten» wurde sowohl in der Umgebung als auch für Boden-, Wandbeläge und Küchenabdeckungen genutzt.
Unter der Berücksichtigung von elektrobiologischen Aspekten, wurden Sperrzonen für Installationen definiert, Kabel und Dosen abgeschirmt, sowie einzelne Wände mit Netzen versehen. Eine dieser Wände ist die Trennwand von der Küche zum Schlafzimmer. Diese wurde zusätzlich jeweils mit Arvenholz eingekleidet.
Die Umgebung wird ebenfalls mit Verrucano-Findlingen bestückt und durch einen lärmschutzbedingten Erdhügel definiert. Sie soll unter anderem dem Kultivieren von Nutzpflanzen dienen, um den vorhandenen Naturkeller füllen zu können.
LEISTUNGEN WISTER ARCHITEKTEN:
Vorprojekt, Bauprojekt, Bewilligungsverfahren, Ausschreibung, Ausführungsplanung, Gestalterische Leitung und Dokumentation über das Bauwerk
IN ZUSAMMENARBEIT MIT:
Nägeli AG
Valentin Surber
VERFAHREN:
Direktauftrag 2024
AUFTRAGGEBER:
privat
NUTZUNG:
Wohnung, Studio, Gemeinschaftsraum
FOTOS:
Katia Rudnicki und Wister Architekten








































